Donnerstag, 30. April 2015

Schreibwerkstatt (Eure Entscheidung)



Ihre Schritte hallten an den hohen Häusern wieder. Die Straße lag verlassen da. Die Nacht war kalt, ein eisiger Wind fegte durch die Stadt. Gerade wickelte sie ihren Mantel enger um ihren schlanken fröstelnden Leib da legte sich eine Hand um ihren Mund, hinderten sie an einem überraschten Schrei. Grob wurde sie in eine Gasse gezogen. Sie sah wie sie das Licht der Straßenlaternen verließen und mehr und mehr in Dunkelheit versanken. Sie klammerte ihre Hände um den Arm des Angreifers der über ihrer Brust lag, versuchte in seine Hand zu beißen, doch sie schmeckte nicht mehr als ihr eigenes Blut weil sie sich in die Lippe gebissen hatte. All ihre zappelnden Bewegungen in der Hoffnung sich losreißen zu können, waren umsonst. Er war zu stark. Stärker als sie. Die schwere rostige Stahltür wurde aufgerissen und sie hineingeschleppt. Gänzliche Dunkelheit umfing sie. Völlig orientierungslos hielt sie inne, hörte ihren eigenen und den schweren Atem ihres Entführers. Kaum wich die Hand vor ihrem Mund konnte sie gerade nach Luft schnappen als sich ein hartnäckiger Klebestreifen über ihre Lippen legte. Ihr Herz klopfte hart gegen ihre Brust, sie schwitzte vor Aufregung. Ihre Arme wurden nach vorne gezogen, ein Seil wurde um ihre Handgelenke geschlungen und ordentlich verstrickt. Kaum noch eine Bewegung möglich. Ein Ruck daran signalisierte ihr dass es voran ging obwohl nichts zu sehen war. Wie er sich in dieser Dunkelheit zurechtfand war ihr ein Rätsel. Doch vor ihnen wurde ein Streichholz entzündet. Sie konnte vor Aufregung den Schwefel wahrnehmen und auch das knistern als die rote Stumpenkerze entzündet wurde. Jetzt konnte sie seine Umrisse erkennen und fühlte sich schon etwas besser. Aber es schlich sich eine neue Aufregung an sie heran und überkam sie eiskalt von hinten, in Form zwei anderer Hände sie jetzt ihre Schultern drückten und sie vornüber dem Tisch gedrückt wurde auf dem die Kerze stand. Jemand lies eine Schere hörbar vor ihrem linken Ohr zuschnappen. Sie nahm einen tiefen Zug Luft durch die Nase. Nicht die Haare, dachte sie kurz panisch, doch die wurden in Ruhe gelassen. Das kalte Metall schob sich durch ihren Ärmel. Sie wollte ihre Hände mit einem ruck wegziehen, da hörte sie schon das Sirren der Gerte die sie auf ihrer nackten Wade traf. Sie wimmerte unter dem Schmerz, spürte eine Träne im Augenwinkel aufsteigen und hielt dann ihre Arme ruhig. Die Schere schnitt ihren Mantel durch und wurde den ganzen Arm hinausgeführt, schnappte auf und zu und ruinierte schneller als ihr lieb war eines ihrer Lieblingsstücke. Während sie versuchte sich nicht zu bewegen schob der andere ihre Beine auseinander. Eine Fessel nach der Anderen wurde an das jeweilige Tischbein festgebunden. Der Ärmel des Mantels fiel und der zweite war dran. Als der erste Stoff zu Boden fiel schnitt man ihn die Handgelenke frei, fesselte sie aber direkt wieder, nicht aneinander wie zuvor sondern wie ihre Füße separat an einem langen Seil mit den Tischbeinen. Vorn über gebeugt und unfähig sich groß zu bewegen legte sie ihren Kopf bequemer auf die Tischplatte. Eine zweite Schere blitzte vor ihren Augen und sie sah sein gemeines grinsen, als er sie zuschnappen lies. Er trat hinter sie und sie zuckte zusammen als sie das kalte Metall an ihrem Rücken spürte wo der kümmerliche Rest des Mantels sein Leben lassen musste.


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Kommentare:

  1. Etwas bösartige Thematik, aber es liest sich bereits jetzt 100 mal besser als 50 Shades of Grey. :-))

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  2. Das ist ein Anfang!
    Bin sehr gespannt wie Dein (Kopf-)Kino weiter geht.
    Ich dreh grad einen Blockbuster nach dem Andern in meinem Kopf.

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