Mittwoch, 10. September 2008

Was ich eigentlich sagen wollte

Im Grunde ist es ziemlich einfach einem Gefühl zu folgen das man empfindet sobald es zu schwierigeren Dingen gleiten könnte wie dem versehentlichen umschubsen von Wassergläsern auf den Schoß des ersten Dates seit Monaten, oder das besprenkeln ihrer schönen Brust mit dem Versuch gleichsam zu essen und zu reden. Intuition nennt man das. Bauchgefühl. Vorahnung. Ich besitze diese Vorahnung leider nicht und mein Bauch ist mit mir zusammen im Kriegszustand eingesperrt. Entweder müssen wir einander schreien um uns zu verstehen oder aber wir versuchen gar nicht erst uns auf etwas zu einigen. Was ich damit sagen wollte: Ich habe dieses Bauchgefühl nicht. Oder zumindest nie dann wenn ich es brauche. Was ich wiederum damit sagen will ist, dass ich leicht abzulenken bin. Ich finde gefallen an einigen Dingen, setzte alle meine Energie daran und nach einiger Zeit, das können Minuten sein, Stunden, Tage, ist die ursprünglich geilste Idee seit langem eher so was wie ein unbedeutendes Stück Hundekot am Straßenrand, über das schon ein oder zwei Autos drüber hergefahren sind. Ich bin leicht abzulenken. Gerade bei unangenehmen Dingen aber wer ist das eigentlich nicht. Es ist nicht der Mangel sich für etwas zu konzentrieren, es ist eher das ich gefallen daran finde und es dann doch wieder sein lasse, wenn ich gerade was noch reizvolleres bietet. Okay nein, eigentlich bin ich das alles wohl eher weniger und ich hab Gelogen, aber bei rund 200 Mal am Tag sollte ich das wohl auf einen Text bündeln, nicht? Ich bin leicht abzulenken. Mit dem verlangen nach einem immer reizvolleren Bedürfnis wandle ich also durch das Leben. Ich kann gerade meine Lieblingsserie gucken, die ich schon den ganzen tag erwartet habe und läuft sie erstmal greif ich zu einer Zeitschrift oder einem Buch und lese. Wenn ich mir gerade vor lauter Langeweile eine Zigarette angezündet habe, rauch ich sie nicht mal zu ende, denn mir kommt es in den Kopf genau jetzt gerade etwas anderes zu tun als zurauchen. Oder ich nehme mir voller Elan vor das Bad gründlich zu reinigen – sogar die Heizkörper – einfach weil ich unheimlich viel Lust drauf habe. Dann werde ich zwischendurch oder direkt zu Anfang schon eine Einstimmung machen und einen Tee trinken, eine Zigarette rauchen und das Bad, bleibt ungeputzt. Später am Abend habe ich aber alle die zuvor gesammelte Energie immer noch in mir, aber komm ich dann auf den Gedanken das Bad zu putzen? Nein. Weil die Küche dann schon wieder viel reizvoller ist oder das umsortieren des Kleiderschranks. Irgendwas ist immer. Und in all dieser Leichtigkeit von Ablenkung und all diesen kleinen elendigen Schweinehund- scheissern, ist mir aufgefallen das ich mich unheimlich schnell Langweile. In so ziemlich allen Bereichen des Lebens. Was tut man also wenn das so stimmt, man es aber ändern will? Es muss Pep rein. Action. Immer neue Herausforderrungen.

Ich habe eine 3jährige Lehre hinter mir, zur Bürokauffrau. Ich hatte ein Jahr zuvor ein sechsmonatiges Praktikum absolviert und fand den Beruf super. Wollte ich immer machen. Dann mach ich die Lehre, halte so gut es geht durch und sitze hier. Jedes Mal wenn ich die Stellenanzeigen durchsuche dann fällt mir eins auf: „Alles was ich will. Alles was ihr wollt. Aber bloß keine Bürokauffrau mehr.“

Ja, ich hab’s gelernt und all das, aber ich habe letztendlich keinen Spaß mehr dran. Und das ist nicht erst seit Ende dieser so. Die Prüfung hat mir gezeigt, dass es noch eine Herausforderung gab, aber jetzt gibt es keine mehr. Man kennt ja schon alles. Ich hätte die Lehre auch abbrechen können, habe ich aber nicht. Und wieso? Besser eine die man nicht mag, als gar keine. Mal abgesehen von dem sicheren Gehalt in den drei Jahren. Jetzt bin ich schon seit der Prüfung über ein Jahr arbeitssuchend. Ich habs versucht, Bewerbungen geschrieben bis zu letzt. Für eine zweite Ausbildung. Für Büroarbeiten. Und letzteres eher nur halbherzig, aber was solls, muss ich mir sagen, im Notfall hast du immer noch das. Drei Jahre. Ich lasse mich leicht ablenken.

Was ich eigentlich sagen wollte war: Wir sind erfolgreich umgezogen.

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